51. Deutsches Jazzfestival Frankfurt

„Tenacity“ – Celebrating Charlie Parker

Mittwoch 28. Oktober 2020
18:00, Großer Saal
aktualisiert
Django Bates' Belovèd Django Bates' Belovèd © Nick White

hr-Bigband Django Bates' Belovèd: Django Bates Piano, Komposition, Arrangement, LeitungPetter Eldh BassPetter Bruun Drums

“Charlie Parker war ein Held meiner Kindheit”, sagt Django Bates und wem würde man diese erstaunliche Aussage ohne Weiteres abnehmen, wenn nicht ihm, dem britischen Ausnahmemusiker, der die europäische Jazzszene seit den 80er Jahren aufmischt und inspiriert?

Ein Kompositionsstudium am Royal College of Music in London brach er nach zwei Wochen ab und eroberte stattdessen neues musikalisches Terrain, indem er für die Loose Tubes komponierte. Die aus den besten Musikern seiner Generation bestehende Big Band erregte weltweit Aufsehen mit ihrer Mischung aus anarchischem Humor, musikalischer Raffinesse und virtuoser Spielfreude. Später entwickelte Django Bates seinen ureigenen Kompositions- und Arrangierstil mit seiner Bigband Delightful Precipice weiter. Auftragsarbeiten für diverse Orchester folgten ebenso wie höchste internationale Auszeichnungen, 1997 etwa mit dem dänischen Jazzpar-Preis, der bis zu seiner Einstellung 2005 als „Nobelpreis des Jazz“ galt. Als Komponist, Instrumentalist und Hochschullehrer hat Bates mittlerweile zwei Generationen von jungen Musikern mit seinen zukunftsweisenden Konzepten beeinflusst und maßgeblich zur künstlerischen Substanz und Eigenständigkeit des europäischen Jazz beigetragen.

Anlässlich seines 40jährigen Bühnenjubiläums und seines 60. Geburtstags (am 2. Oktober) veröffentlicht Django Bates das Album „Tenacity“, zu deutsch etwa Beharrlichkeit oder Zähigkeit. Auf diesem Bigband-Album schlägt Bates neben neuen Kompositionen auch einen Bogen zurück zum Helden seiner Kindheit, Charlie Parker. Dessen Bedeutung brachte Dizzy Gillespie mal sinngemäß so auf den Punkt: „Wenn Jazzmusiker Tantiemen für die melodischen Bausteine ihrer Improvisationen zahlen müssten, gingen die alle an Charlie Parker“. Zu seinem 100. Geburtstag wird dem genialen Bebop-Pionier vielerorts gehuldigt, aber nur selten großorchestral und noch seltener so kongenial wie von Django Bates. Der jagt die zerklüfteten Tonfolgen Charlie „Yardbird“ Parkers in seiner typisch ideensprühenden Manier durch den Bigband-Turbo und schenkt uns eine Wiederbegegnung mit dem Bebopgenie, die sich heute so nervenkitzelnd anfühlt wie für dessen Zeitgenossen.

„Wenn Musik nur auf dem Papier existiert, ist sie nicht mehr als ein Traum“, schreibt Django Bates über sein neues Album, das er mit der schwedischen Norrbotten Big Band aufgenommen hat. Wirklich zum Leben erweckt wird Musik aber erst vor einem Live-Publikum. Und so freuen wir uns auf dieses Konzert mit der hr-Bigband in der Alten Oper, wo sie zusammen mit Django Bates und seinen beiden Band-Mitgliedern bereits 2016 für Furore sorgte. Damals feierte man das „Sgt. Pepper“-Album der Beatles.


Wegen der Corona-bedingten Hygiene-Regeln wird das Konzert in zwei einstündigen Sets vor wechselndem Publikum gespielt. Wer bereits Karten für das ursprünglich geplante Eröffnungskonzert mit Jazzmeia Horn und der hr-Bigband in der Alten Oper erworben hatte, wird von unserem Ticketdienstleister kontaktiert.

Project initiated by Odd Sneeggen Norrbottensmusiken / New Directions
Orkesterchef Norrbotten Big Band: Walter Brolund
Artistic Director Joakim Milder
Norrbotten Big Band Producer: AÌŠsa Westling