
Besetzung
Programm
Sonate Nr. 17 d-Moll op. 31/2 "Der Sturm"
Sonate Nr. 25 G-Dur op. 79
Sonate Nr. 21 C-Dur op. 53 "Waldstein"
Acht aus 32: An zwei Abenden spielt Igor Levit eine ganz persönliche Auswahl aus den Klaviersonaten Ludwig van Beethovens – einem Zyklus, „der so viel über uns Menschen erzählt wie kein anderer“, so positioniert ihn der für seinen Sinn für große Zusammenhänge bekannte Pianist. Es sind nicht einmal die späten Sonaten, die er mit nach Frankfurt bringt, zwei davon hatte er ja bereits bei einem seiner ganz frühen Auftritte hier im Jahr 2013 gespielt. Groß oder klein, solche Kriterien gibt es für Levit nicht: „Es sind alles sehr, sehr schwere Stücke, aber es ist meine Sicherheitszone, die Musik, von der ich mich verstanden und getragen fühle.“ Mit dabei ist jedenfalls die „Waldstein“-Sonate, die Levit stets nennt, wenn er nach seinem Beethoven-Favoriten gefragt wird – sie sei „das allergrößte Musikerglück, das ich mir auf Klavier solo vorstellen kann“.
Ob im insistierend hämmernden ersten Satz der Waldstein-Sonate oder in den übrigen Werken: Extreme Tempi in schnellen Sätzen schlägt Levit bei Beethoven regelmäßig an, und auch einen schroffer werdenden Ton kann man heraushören, im Vergleich etwa mit der Sonaten-Gesamtaufnahme, die er für das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 eingespielt hatte. Ja, sagte er in einem Deutschlandfunk-Interview, der Ton sei rauer geworden, und „ich bin rauer geworden, ich verändere mich die ganze Zeit“. Schließlich habe er erkannt: „Es ist mein Ton. Es ist nicht Beethovens Ton. Das ist meiner, und den kann mir niemand nehmen. Dieses Gefühl wird in mir immer stärker. Ich versuche, diesen Text jeden Tag von neuem zu verstehen. Ich versuche es zu verstehen, was Beethoven da geschrieben hat. Aber die Betonung liegt auf: Ich versuche es zu verstehen.“

