Besetzung
Programm
Begleitprogramm
Konzerteinführung
Zwei Komponisten, beide bedroht vom sowjetischen Herrschaftssystem: Von Prokofjew stammt ein Violinkonzert, zu dem ein Film aus mystisch-dunklen Bildern laufen könnte – und von Schostakowitsch eine Sinfonie, die selbst aus einer dunklen Zeit stammt. Und die höchst eindrücklich vom Krieg und seinem Schrecken erzählt.
Schostakowitschs Sinfonie Nr. 7, die „Leningrader“, ist eines der monumentalen künstlerischen Zeugnisse des 20. Jahrhunderts: ein Werk zwischen Hoffnung und Verzweiflung, geschrieben 1941 im Schatten der erbarmungslosen, über eine Million Opfer fordernden Belagerung dieser Stadt durch die deutsche Wehrmacht. Die Musik: ein klingendes Protokoll von Bedrohung und Widerstand, von Propaganda und innerer Freiheit, aber auch eine beißende Abrechnung mit dem Totalitarismus, die heute so aktuell ist wie damals. Schostakowitsch, der die Blockade Leningrads selbst erlebte, benennt die Realität – Prokofjew dagegen ist in seinem 2. Violinkonzert ein „Geschichtenerzähler“, jedenfalls stellt Augustin Hadelich ihn sich so vor. „Viele seiner Werke sind sehr deskriptiv“, sagt er. „Man fängt sofort an, sich Szenen aus Märchen und Geschichten vorzustellen, die sich entfalten.“Diese erzählerische Qualität findet der Geiger besonders ausgeprägt in diesem atmosphärisch intensiven g-Moll-Konzert: „Es beginnt sehr mysteriös mit der Violine allein (…), und wenn das Orchester einsetzt, bekommt die Szenerie einen geheimnisvollen Zauber.“ (hr-Sinfonieorchester)
