Besetzung
Programm
Goethes „Faust“, der urdeutsche Mythos: Hector Berlioz hat daraus eine romantisch aufgeladene Chorsinfonie geformt, die sich auch als Oper behaupten könnte. Das große Welttheater um Erkenntnisdrang und Größenwahn, um Verführbarkeit und Verderbnis bekommt hier einen feinen französischen Zungenschlag.
Was Chefdirigent Alain Altinoglu an diesem solitären Werk fasziniert: die Art und Weise, wie der Franzose Berlioz sich diesen urdeutschen Stoff aneignet – nämlich indem er den Klassiker durch ein genuin französisches Prisma filtert. Gerade die orchestralen Klangfarben geben dieser Neuinterpretation des Beziehungsgeflechts um Faust, Margarete und Mephistopheles einen ganz eigenen Reiz. Berlioz hatte sich der Aufgabe, das deutsche Nationalepos in eine höchst melodiöse, perlende und raffiniert-suggestive Musik zu überführen mit größtem Respekt gestellt: „Ich versuchte weder, das Meisterwerk Goethes zu übersetzen, noch, es nachzuahmen, sondern ließ es lediglich auf mich wirken, in dem Bestreben, seinen musikalischen Gehalt zu erfassen.“ Herausgekommen ist, sagt Alain Altinoglu, „ein zutiefst hybrides Werk, und genau das macht seinen Reichtum aus“. (hr-Sinfonieorchester)
