
Er habe früher einmal eine Ausbildung zum Heilpraktiker begonnen, diese aber aus Zeitmangel nie abgeschlossen, gestand Hagen Rether dem Deutschlandfunk einmal in einem seiner wenigen Interviews. Mit dem Heilen ist es so eine Sache, zumindest im Diagnostizieren aber ist Hagen Rether fraglos brillant – auch und erst recht auf der Bühne. Unter seinen Kabarettkolleg*innen legt niemand derart gnadenlos den Finger in die Wunde und benennt die kleinen Ungereimtheiten des Alltags, aber auch die großen Missstände und Skandale so scharfzüngig und zugleich nonchalant wie er. Vom Bildschirm hat sich der Meister des satirisch-philosophischen Kabaretts inzwischen verabschiedet, er verzichtet bewusst auf CDs und Social-Media-Kanäle, aber umso wichtiger bleibt der direkte Kontakt mit dem Publikum. Welches sich im Februar auf eine neue Portion „Liebe“ freuen darf, wenn Hagen Rether in den Großen Saal kommt.