Antoine Tamestit, Viola
Masato Suzuki, Cembalo

J. S. Bach: Sonaten und Suiten

online ab € 25,60
Freitag 25. Oktober 2019
20:00, Mozart Saal
Antoine Tamestit Antoine Tamestit © Alescha Birkenholz

Johann Sebastian Bach Sonate Nr. 1 für Violine und Cembalo G-Dur BWV 1027
Französische Suite für Cembalo solo G-Dur BWV 816
Sonate Nr. 2 für Viola und Cembalo D-Dur BWV 1028
Suite Nr. 2 für Viola solo d-Moll BWV 1008
Sonate Nr. 3 für Viola und Cembalo g-Moll BWV 1029

Man liest erwartungsfroh die Programmankündigung „Sonate für Viola da gamba und Cembalo“ – und stutzt: Hat Antoine Tamestit seine geliebte Viola in den Schrank gelegt und auf Gambe umgelernt? Oder spielt er frech die Gambensonaten auf der Viola? Es macht schon einen Unterschied, ob man das Instrument nun zwischen die Beine geklemmt – da gamba – oder am Arm aufliegend – da braccia – spielt. (Daher rührt übrigens auch die deutsche Bezeichnung: Bratsche ...) Unermüdlich ist Antoine Tamestit auf der Suche nach neuer Betätigung bei Bach für sich und seine Viola; zwei Cello-Solosonaten hat er am selben Ort vor drei Jahren schon bravourös annektiert, nun reizen ihn die Gambensonaten, bei denen ein virtuoses Cembalo als Partner zusätzliche Musizierlaune verspricht.Zwar muss er beim Notentext kleinere Anpassungen vornehmen – die Gambe mit ihren bis zu sieben Saiten reicht deutlich tiefer, da muss die Bratsche ab und an eine Oktave höher zupacken. Was aber solche Eingriffe angeht, kann Tamestit zu Recht anführen, dass Bach selbst nicht kleinlich war, was alternative Besetzungen angeht. Und dann darf er natürlich noch daran erinnern, dass Bach selbst am liebsten die Bratsche gespielt hat. Na also!